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Deep Sea

Wenn visuelle Pracht im eigenen Tempo untergeht

Während eines Kreuzfahrturlaubs muss Shenxiu erneut feststellen, wie unwichtig sie ihrem Vater ist. Anstatt zumindest ihren Geburtstag zu beachten, feiert er lieber mit seiner neuen Frau den Kindergartenstart ihres gemeinsamen Sohnes. Als sie alleine auf dem Schiff umherirrt, reißt ein Sturm Shenxiu in die Tiefen des Ozeans. Im Deep Sea Restaurant trifft sie auf den exzentrischen Koch Nanhe, der seinen Gästen die absurdesten Speisen serviert. In der Hoffnung, noch einmal ihre Mutter zu treffen, macht sie sich mit Nanhe auf die Suche nach dem vieläugigen schwarzen Wesen Hijynx.

Was stark an Chihiros Reise ins Zauberland erinnert, ist auch narrativ mindestens von dem Studio-Ghibli-Film inspiriert. Neben der Suche nach etwas Verlorenem spielen auch Themen wie Trauer, Einsamkeit sowie Hoffnung und Zusammenhalt eine zentrale Rolle. Doch selbst wenn der chinesische Film erzählerisch keine Neuheit bietet, beeindruckt er vor allem auf visueller Ebene.

Während ein Großteil in hochqualitativer 3D-Animation gehalten ist, verschmilzt regelmäßig ein Teil davon mit etwas, das aussieht, als würde man in ein Gemälde eintauchen. Von klaren bis verschwommenen Farben sind die Szenen so detailreich und liebevoll komponiert, dass die Schnelllebigkeit des Films diese größte Stärke zu Teilen wieder zunichtemacht. Kaum ein Moment kann in Ruhe für sich stehen und auf den Zuschauer wirken, ohne dass im Hintergrund etwas schwimmt, rollt, rennt oder tanzt und die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Am Ende bleiben nur wenige der traumhaften Bilder lang genug bestehen, um sich wirklich einprägen zu können.